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Moonlightshopping 2014

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"You don't have to be crazy to work here... We'll train you" (frei übersetzt: Du musst nicht irre sein, um bei uns mitzumachen... eine Portion Verrücktheit werden wir dir schon verpassen). Die am Eingang des an die Lippe grenzenden Flachbaus prangernde Parole ist nicht wörtlich zu nehmen. Sie wirft ein Licht darauf, dass sich für etwas zu engagieren hier eine ansteckende Haltung ist. Folge: Die evangelische Jugendkirche Lippstadt-Hellweg ("JuKi") überrascht die Öffentlichkeit immer wieder: Mal tauchen ihre jungen Mitarbeiter die Jakobikirche in ein einladendes, fast schon mystisches Licht, mal ziehen sie einen sportlichen Spaß auf, den die Österreicher als Riesenwuzzler bezeichnen: Menschenkicker. Bei jedem Projekt geht es den jugendlichen Mitarbeitern darum, Jüngeren wie Gleichaltrigen den Glauben auf oft ungewöhnliche Art näher zu bringen: Mit Hilfe von Musik, Kunst und Sport gestalten sie Gottesdienste und wirken bei Konfirmandenprojekten mit. Hier zeigt sich der Unterschied zu kirchlich getragenen Jugentreffs wie dem Shalom: Während es sich dort in erster Linie um offene Treffpunkte handelt, ist die Jugendkirche ein Kreis von Aktiven, der den Kirchengemeinden in und um Lippstadt zuarbeitet - von Geseke und Erwitte-Anröchte bis zu Benninghausen und Lipperode.

Die "JuKi" ist aber kein verschworener Zirkel, sondern immer offen für neue Gesichter. Und es werden auch nicht pausenlos Projekte ausgebrütet. Mittelpunkt des Domizils gegenüber der Tivoli-Insel ist das "YouCa" genannte Jugendcafé. Hier trifft man sich zwischendurch auch einfach so - um sich zu unterhalten, gemeinsam zu kochen oder Brettspiele zu spielen. "Es ist auch ein Ort zum Chillen", sagt Christian. Der Zweitsemester mag die harmonische Atmosphäre, "hier sind alle auf einer Wellenlänge", was seiner Erfahrung nach nicht in jedem Jugendtreff der Fall ist. Mit seinen 20 Jahren gehört Christian hier zu den Ältesten. Die meisten sind Schüler im Alter zwischen 14 und 18. Es mischen auch junge Katholiken mit, die Jugendkirche ist konfessionell offen.
Hauptverantwortlicher ist Gemeindepädagoge Thomas Jäger, der seit der Gründung in 2008 dabei ist und die Jugendkirche u.a. mit seiner kürzlich verabschiedeten Kollegin Petra Haselhorst aufgebaut hat. Mittlerweile arbeitet er hier schon mit der zweiten bis dritten Generation von Jugendlichen zusammen, verabschieden sich die meisten doch in der Phase nach dem Abitur.

Mit Leben füllt sich das barrierefrei zugängliche Haus jeden Mittwoch und Donnerstag, vom frühen Nachmittag bis in den Abend. Darüber hinaus verzichtet man bewusst auf feste Öffnungszeiten. Die Tür öffnet sich nach Bedarf, man verabredet sich kurzfristig via WhatsApp. Die einzelnen AGs wie die Catering- oder Technikgruppe entscheiden selbst, anwelchen Tagen sie sich treffen. In der endphase von mitgestalteten Projekten ist auch schonmal am Wochenende volles Haus.

Etwa neun Jugendgottesdienste werden hier jählich vorbereitet. Den Mitwirkenden gelingt es immer wieder, alte Kirchengemäuer mit jungem Leben zu erfüllen - sei es mit kreativ eingesetzter Lichttechnik, sei es mit den Worship-Songs der jugendkircheneigenen Band names Road to Zion, die jeden Mittwoch im YouCa probt. Dazu hat sich eine donnerstags übende zweite Band gebildet: Dingens.

Egal in welchem Bereich sich die einzelnen Jugendlichen engagieren: Bei Schulungen haben sie immer wieder Gelegenheit, sich weiterzubilden. Die Spanne reicht vom Tontechnik-Workshop bis zum Stimmtraining mit einer Musiklehrerin. Das Catering-Team belegt Kochkurse und lernt in der gut eingerichteten YouCa-Küche, andere mit Leckereien wie aktuellen Finderfood-Trends verwöhnen.

Von manchmal bescheidene Projektanfängen lässt sich niemand entmutigen. Manches braucht Zeit. Den ersten "Night of Light"-Jugendgottesdienst in der Marienkirche besuchten seinerzeit nur rund 50 Leute. Beim sechsten Mal im Herbst 2013 waren es bereits 200 - darunter viele Erwachsene. Große Resonanz erziehlt man auch beim spätherbstlichen Moonlightshopping, wenn die jungen Ehrenamtlichen die Jakobikirche außen und innen kunstvoll ausleuchten. Bis zu 3000 Passanten nehmen jedes Mal die Gelegenheit wahr, ihren Bummel zu unterbrechen und eine Runde durch die außergewöhlich in Szene gesetzte Kirche zu drehen (das nächste Mal am 28. November).

Viele der rund 100 Jugendkirchen in Deutschland sind vorwiegend missionarisch-evangelikal orientiert. In Lippstadt geht man dagegen einen kulturellen Weg, bringt Jugendlichen den Glauben mittels Musik und Kunst näher. Oder auch mit Sport, wie beim jährlich auf der Wiese hinterm Stift Cappel ausgetragenen Menschenkicker-Turnier. Konfirmandenteams aus der Region spielen um den Jugendkirchenpokal. Zwischendurch stärken sich Spieler und Zuschauer mit Würstchen und alkoholfreien Drinks an der Cocktailbar. Den Abschluss bildet ein Open-Air-Jugendgottesdienst. Am Sonntag, 28.. September ist es wieder soweit, los geht es um 13 Uhr.

Die mitarbeitenden Mädchen und Jungen erwerben in der Jugendkirche auch soziale Kompetenzen, die ihnen im späteren Berufsleben zugute kommen. Nicht wenige nutzen die Chance und lassen sich zum Gruppenleiter schulen. Am Ende haben sie die Jugendleiterkarte ("Juleica") in der Hand. Dieser Ausweis ist eine anerkannte Qualifikationsbescheinigung für die ehrenamtliche Jugendarbeit. Die Ausbildungsinhalte reichen von rechtlichen Fragen wie zur Aufsichtspflicht über Kinder und Jugendpsychologie, Spiel- und Medienpädagogik bis zum erste-Hilfe-Kurs.

Höhepunkt des Jahres ist für viele das allsommerliche Feriencamp in Korsika. "Dorthin fahren wir schon seit elf Jahren, weil es kaum zu toppen ist", sagt Thomas Jäger. Finden sich auf der Mittelmeerinsel mit der tausend Kilometer langen Küste doch ideale Voraussetzungen für erlebnispädagogische Aktivitäten: "Es ist landschaftlich einmalig und immer schönes Wetter." Je nach Geschmack schwimmen die einen hier in Neoprenkluft durch eine Schlucht, während andere im Kajak übers Meer paddeln - und zwischendurch relaxen alle gemeinsam am Strand.